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Michaël Bourdillat, Küchenchef des Bistrot*
Das Bistrot* hat den enormen Vorteil, dass Michaël Bourdillat sein Küchenchef ist. Seine Küche sieht ihm ähnlich: einfach, raffiniert, kreativ und voller Emotionen. Die Begegnung mit einem jungen Kochwunder, das seinem Beruf mit Liebe und Leidenschaft nachgeht.
Zwei Jahre nach der Eröffnung des Bistrot* hat Michaël "Mickey" Bourdillat mit 37 Jahren seinen ersten Michelin-Stern bekommen. Eine prestigeträchtige Anerkennung, die der Einfachheit der Person keinen Abbruch tut. Sein Leitmotiv: "Alles ist auf dem Teller, dem ist nichts hinzuzufügen". Mickey konzentriert sich auf das Wesentliche und stellt den Geschmack und das Erzeugnis an sich in den Mittelpunkt des Tellers.
"Verglichen mit den Erzeugnissen sind wir Köche nicht viel wert. Der zusätzliche Wert, den wir einbringen, besteht vor allem im Garen und in der Beilage. Nichts von unserer Arbeit darf den Geschmack des Erzeugnisses verändern; sie muss ihn vielmehr verherrlichen." Im Bistrot* kommen die Zutaten darum aus ihrem Herkunftsgebiet und die Gemüsesorten richten sich zwangsläufig nach der Jahreszeit. "Wir werden nie im Dezember Erdbeeren servieren!" verspricht er.
Michaël Bourdillat ist vor allen Dingen ein Feinschmecker und spricht leidenschaftlich über Geschmacksempfindungen, die er erhaben findet: "Gemüse finde ich toll! Das ist für ein gelungenes Gericht sehr wichtig, fast noch wichtiger als Fleisch oder Fisch. Ich bin in Pilze verliebt, vor allem Trüffel. Im Herbst genieße ich das ausgiebig, ebenso wie das Wild. Italienische Wurstwaren, das ist einfach ein Wunder! Kosten Sie einmal, das ist der zarteste Schinken der Welt: Culatello di Zibello! Und diese Coppa de cochon noir... köstlich! Die Italiener sind sehr gut, was das Konservieren angeht, ihre traditionelle Methode ist das, was ihren Wurstwaren diesen gleichzeitig feinen und kräftigen Geschmack verleiht. Unnachahmlich."
In der Küche von Michaël Bourdillat sind Erinnerungen an seine Kindheit in Burgund nie weit. "Bei uns wurde schon immer gekocht, meine Mutter und mein Vater. Ich habe noch den Duft und den Geschmack der Familienküche im Gedächtnis.
Diese Erinnerungen inspirieren mich. Das ist übrigens das, was man in einem Gericht wiederfinden will: Emotionen, Teilhabe und Erinnerung. Wenn wir das bei unseren Gästen auslösen, haben wir gewonnen. So geht es auch dem Restaurantkritiker in dem Animationsfilm Ratatouille. Er bricht vor einer einfachen Ratatouille in Tränen aus, weil sie ihn so sehr an seine Kindheit erinnert..."
"Unsere Gäste kommen nicht her, um ein Kochbuch und seine Methoden zu verschlingen, sondern um sich eine Freude zu machen und sich rühren zu lassen." Das ist die Identität der Küche von Michaël Bourdillat: zart, sanft, schmelzend, alles abgerundet. "Ich pflege einen Kochstil, der mir ähnlich sieht, eine Küche, die mit den Erzeugnissen anfängt und mit einer nüchternen Dekoration aufhört, niemals umgekehrt." Somit schließen Ästhetik und Eleganz das originelle, geschmackvolle, begabte und überraschende Gericht ab.
Strenge, Regelmäßigkeit, Gastlichkeit, Einfachheit und eine sehr erschwingliche Rechnung. "Ich wollte haben, dass mein Tisch allen offensteht. Dass die Gastronomie nicht das Privileg der Betuchten ist."
Das Bistrot* bietet ein Mittagsmenü für nur 17 Euro an, abends kosten die Gerichte ab 19 Euro und die Menüs ab 42 Euro.
Zauberei? "Nein, nur die Bereitschaft, zu arbeiten!"



























